19.07.2010: Furioser finnischer Feuertanz, Potsdamer Neueste Nachrichten, Nachlese

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9. Feuerwerkersinfonie mit Wiesenbrand und Aussetzern, Sturmgebraus gab es aber nur als Beifall

Ein Glück, dass Musik international ist und mit englischen Titeln wirbt, denn schon den Namen der finnischen Feuerwerker aus Tuusula, nämlich Tulitemestarit Oy, auszusprechen ist schwierig. Bei Dance in the Park gab es da keine Probleme und was die Finnen bei der 9. Feuerwerkersinfonie am Samstag an den Himmel zauberten, das tanzte wirklich über dem (Volks-)Park. Die Nordländer zeigten sehr schöne Kombinationen von Bodenfeuerwerk und Himmelsgebilden, gestalteten interessante Bilder und ließen es zum Schluss noch einmal richtig krachen. Auf Potsdam hatte sie ihr deutscher Partner Klaus Preuße aufmerksam gemacht und sie für den Auftritt im Volkspark begeistert. Das Publikum spendete den Finnen stürmischen Applaus, was zum Glück die einzige „Sturmböe" blieb. Der Veranstalter hatte bis zuletzt gezittert, dass sich auch der Himmel stürmisch zeigt.

Am Samstag waren sich Publikum und Jury einig: Die Finnen sind die Besten der diesjährigen Feuerwerkersinfonie. Dass der Sieger im nächsten Jahr wiederkommt und den Reigen der vier Feuerwerke am Freitag und Samstag eröffnet, wurde von den Finnen akzeptiert, obwohl sie nach Potsdam nicht nur einen weiten Weg zurücklegen müssen, sie haben auch eine Menge Unkosten. Wie Preuße erzählte, sei es nicht gerade billig, die explosive Fracht auf der Fähre nach Deutschland zu verschiffen. Aber bei dem Potsdamer Event dabei zu sein und später mit dem Siegeslorbeer werben zu können, lässt die Feuerwerker aus Tuusula diese Bürde auf sich nehmen.

Die Potsdamer Feuerwerk GmbH musste sich mit etwas langen Gesichtern leider mit dem zweiten Platz begnügen. Sie hatte sich fest vorgenommen, ihren Sieg vom Vorjahr zu verteidigen, wie der Chef der Potsdamer, Björn Wilhelm, bestätigte. Fünf Feuerwerker hatten sich am glutheißen Freitag schon den ganzen Tag mit der Vorbereitung von „Klassik meets Pop" beschäftigt und dann gab es zu Beginn des Feuerwerks doch einen Aussetzer – und trotz Entschuldigung kräftigen Punktabzug durch die Jury. Das Publikum fand allerdings, dass die Potsdamer ihre Sache trotzdem gut gemacht hatten, mit genau auf die Musik abgestimmten Bildern, viel Feuerzauber zu Grönemeyer- Musik, Herzen am Himmel bei „Lass es Liebe sein" und ein Farbspektakel zum Abschluss, das seinesgleichen suchte. Mit diesen beiden Steilvorlagen konnten die Feuerwerke von Matthias Kürbs und Magic Fireworks nur bedingt mithalten.

Der heiße Freitag bescherte noch ein unerwünschtes „Feuerwerk" am Rande, einen Böschungsbrand. Den bekam die Feuerwehr zwar schnell unter Kontrolle, doch die Einsatzleitung war alarmiert und befeuchtete den Aktionsplatz zwischenzeitlich noch einmal. „Dabei hatten wir uns auf den heißen Freitag eingestellt", kommentierte Volkspark-Chefin Diethild Kornhardt den Zwischenfall. „Der Rasen wurde ganz kurz geschnitten, die Flächen gewässert, Sicherheitsleute standen zusätzlich mit Feuerlöschern am Rand und drei Feuerwehren waren im Einsatz." Den Potsdamern und Touristen gefiel das hochsommerliche Wetter. Sie besuchten diesmal in Scharen die 9. Feuerwerkersinfonie. Es kamen insgesamt 18 500 Besucher. (Hella Dittfeld)

 
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Volkspark Potsdam