08.06.09: Regencapes für rosa Schreitvögel, Märkische Allgemeine Zeitung, Nachlese

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Thomas Schenkluhn gewinnt die 8. Potsdamer Feuerwerkersinfonie

POTSDAM / BORNSTEDT - Die Entscheidung war denkbar knapp: Nach vier beeindruckenden Vorstellungen hatte die Jury am Ende nur einen Unterschied in den Nachkommastellen feststellen können. Mit hauchdünnem Vorsprung gewann die Potsdamer Feuerwerk GmbH unter Leitung von Thomas Schenkluhn bei ihrer ersten Teilnahme die von der Märkischen Allgemeinen präsentierte 8. Feuerwerkersinfonie. Das Unternehmen, einst in Potsdam ansässig, hatte sich mit einem Medley von Abba-Titeln gegen die österreichischen Titelverteidiger von SteyrFire um René Langer durchgesetzt, die mit Filmmusiken großer Hollywood-Klassiker punkteten. Am Ende erhielt die schwedische Pop-Inszenierung von der Jury, in der auch MAZ-Leser mitwirkten, bei der mit dem Schulnotensystem vergleichbaren Wertung eine 1,16, während Langer eine 1,21 bekam.

Kälte am Freitag und Dauerregen am Samstag hielten die Feuerwerk-Fans nicht davon ab, in den Volkspark zu kommen. Spürbar weniger als in den Vorjahren waren es jedoch: 12 500 statt sonst rund 20 000. Vielfältige Angebote verkürzten auch diesmal das Warten. Zwar hatte der Regen pünktlich zum ersten Feuerwerk am Sonnabend aufgehört. Wegen der andauernden Berieselung baten die Veranstalter aber um Verständnis dafür, dass einige Attraktionen nur verkürzt oder gar nicht zu sehen waren. So mussten die Sonnabend-Gäste leider auf den kleinen, sprechenden Elefanten auf seinem Rad verzichten. Die Flamingoreiter, bei den Besuchern für gemeinsame Fotos äußerst beliebt, machten das Beste aus der Not – Regencapes für rosa Schreitvögel.

Klaus Kutzer von Shooting Star hatte den Wettbewerb am Freitagabend mit der sehr emotional erzählten Musical-Geschichte von Elisabeth, Kaiserin von Österreich, eröffnet. Titelverteidiger René Langer setzte anschließend eine sehr dynamische Inszenierung dagegen. Unter anderem „Eye of the Tiger“, aus den Rocky-Filmen bekannter Titel von Survivor, begeisterte mit vielen kreativen pyrotechnischen Elementen und perfekt gesetzten Akzenten. Die per Telefonvotum eingeholten Zuschauerstimmen waren fast ausgewogen: Nur drei von ihnen sichertem dem Österreicher Vorsprung und Tagessieg.

Schenkluhn zauberte 24 Stunden später ein farbenfrohes Revival der Siebziger an den Himmel. Die Zuschauer wippten bei Titeln wie „The Winner takes it all“ fröhlich mit. Mario Böttcher aus Pritzerbe hatte es spürbar schwer, mit dem „Phantom der Oper“ und der „Raumpatrouille Orion“ dagegenzuhalten. „Ich denke, unsere Musikauswahl war die richtige“, lachte der Gesamtsieger. „Aber mit dem Sieg rechnen konnten wir nicht.“ Schenkluhn hatte sich die beiden letzten Sinfonien genau angeschaut: „Die Österreicher waren sehr stark. Aber nun sind wir Titelverteidiger und kommen 2010 wieder.“ (Von Sebastian Scholze)

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Volkspark Potsdam