08.06.09: Mit ABBA zum Feuerwerker-Hit, Potsdamer Neueste Nachrichten, Nachlese

Trotz Dauerregen kamen über 12 000 Besucher in den Volkspark zur Feuerwerkersinfonie

Man wird den Eindruck nicht los, dass Petrus etwas gegen Feuerwerke hat, ganz speziell wenn sie in Potsdam in den Himmel steigen sollen. Wegen der Berliner Pyronale im September hatte der Volkspark seine Feuerwerkersinfonie auf Anfang Juni verlegt, vorher sogar noch die Wetterberichte der vergangenen Jahre studiert und eigentlich für die Zeit einen guten Mittelwert ausgemacht. So jedenfalls erklärte Projektkommunikator Andreas Wandersleben die neue Terminwahl. Und dann hieß es trotzdem bibbern bei Schafskälte und sich durchfeuchten lassen an einem total verregneten Samstag.

Das hielt zwar die knallharten Fans nicht ab, auch zur Feuerwerkersinfonie 2009 zu gehen. Sie sind längst wetterfest ausgerüstet. Andere jedoch schreckte das Wetter ab. Statt der erhofften 20 000 zahlenden Gäste kamen nur 12 500 an beiden Tagen in den Volkspark. Damit dürfte auch die Finanzierung der vier Feuerwerke zu je 6500 Euro und des Rahmenprogramms auf nicht allzu sicheren Füßen stehen. „Wir sind trotzdem zufrieden“, versuchte Wandersleben die Wettermisere kleinzureden. Außer den himmlischen Mächten mit Feuerwerksabneigung taten schließlich alle ihr Bestes.

Hatte vor der Wertung noch Thomas Schenkluhn, der das Feuerwerk am Sonnabend zu ABBA-Titeln für die Potsdamer Feuerwerk GmbH in den Himmel schoss, von dem hohen Maß an Können von Steyr Fire aus Österreich den Hut gezogen, so konnte er sich hinterher erfreut die Hände reiben. Die Potsdamer Firma hat die weitangereisten Männer aus Steyr geschlagen und den ersten Platz errungen. Zum ersten Mal bei der Feuerwerkersinfonie dabei und gleich an die Spitze geschnellt. Zuschauer und Jury überzeugten vor allem die Spannung zwischen Bodenfeuerwerk und Höhenkracher, die sich teils golden, teils vielfarbig in den Himmel schraubten, Fontänen bildeten perfekte Muster, und auch Feuerwerksgetümmel und Pausen waren gut auf die Musik abgestimmt. Aber auch Steyr Fire hatte am Freitag wieder gut vorgelegt und wurde insgesamt Zweiter, nachdem ihm zweimal hintereinander 2007 und 2008 der Siegeslorbeer zugefallen war. Die Potsdamer Feuerwerk GmbH ist in ihrem Umkreis allerdings auch keine Unbekannte. Sie sorgte bereits bei einigen Schlössernächten für Feuerzauber, ließ es Silvester am Brandenburger Tor in Berlin knallen und wurde gerade Sieger der deutschlandweit organisierten Pyrogames. Mit ABBA hatten sie sich zudem für todsichere Ohrwurmmusik entschieden.

Das Rahmenprogramm wartete mit hübschen Ideen auf. Der Zirkus Montelino machte für seine nächsten Auftritte Werbung. Der ferngesteuerte Mini-Elefant reagierte mit witzigen Sprüchen auf das Publikum, war aber am Samstag wegen des Regens nicht mehr erschienen. Die rosafarbenen Strauße hatten sich samt Reiter in Regencapes gehüllt. Nur das Comedia-del-Arte-Karussell für Erwachsene wurde von dem Schweizer Lorenz Eisenbarth ohne Unterlass gedreht und die drei Bardomaniacs spielten dazu. Eisenbarth ist den ganzen Sommer über in Deutschland unterwegs und wird auch noch einmal auf dem Pfingstberg in Potsdam Station machen. Hella Dittfeld

 
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